Mit viel Herzblut für die große Turnerbund-Familie

Karlheinz Schrumpf ist ein Urgestein des Rohrbacher Traditionsvereins - heute feiert er seinen 75. Geburtstag

RNZ vom 04.05.2017 Bericht von Werner Popanda

Wenn jemand, so wie Karlheinz Schrumpf heute, auf einen Lebensweg von 75 Jahren zurückblicken kann, dürften zwei Fragen durchaus erlaubt sein. Was hat der Jubilar bewegt und was hat ihn bewegt? Bei Schrumpf spielt dabei natürlich der Turnerbund Rohrbach (TBR) eine herausragende Rolle.

Denn in diesem Rohrbacher Traditionsverein, der 2014 seinen 125. Geburtstag feierte, war er 50 Jahre lang Geschäftsführer. Ganz oben an der Spitze des TBR stand er aber nie, denn es war ihm stets gelungen, das Amt des 1. Vorsitzenden "mit Geschick und Weitsicht zu umgehen", wie er mit seinem typischen Humor an seinem Geburtstag vor fünf Jahren sagte. Hätte er das Amt haben wollen, wäre das aber sicher auch kein Problem gewesen. Schließlich war Schrumpf, 1942 in Rohrbach geboren und ab 1956 begeisterter Fußballer beim TBR, gewissermaßen der personifizierte Turnerbund. So wurde er nicht nur von den Vereinsmitgliedern wahrgenommen, sondern auch von allen, die im Heidelberger Süden ein Wörtchen mitzureden haben. Denn der TBR versteht sich nicht nur als Rohrbacher Verein, sondern auch als einer für den Boxberg und für den Emmertsgrund.

Für Schrumpf sind diese beiden Stadtteile „unser Jungbrunnen“. Damit mein er die vielen Kinder und Jugendlichen auf dem Berg und die intensive Nachwuchsarbeit des TBR, die in seinen Augen aufs Engste mit dem Betriff „integrativ“ verbunden ist.

Vor zwei Jahren schied Schrumpf aus dem Vereinsvorstand aus – nicht als Einziger. Den Umbruch bewertet er im Nachhinein durchweg positiv – auch wenn es nicht einfach gewesen sei, „einen neuen Vorstand zu finden, der die Erwartungen reifen ließ, dass die Dinge gut laufen“.

Mittlerweile seien "alle Positionen bestens besetzt" und der TBR sei nach wie vor eine "große Familie, in der alle mit viel Herzblut bei der Sache sind". Schrumpf selbst natürlich auch - und angesichts seines Engagements ist es zigmal ausgezeichnet wurde, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.

Dabei hätte Schrumpf auch bei der TSG Rohrbach landen können. Sein Großvater war nämlich Gründungsmitglied dieses ebenfalls 1889 gegründeten Vereins. Dass er nie wechselte, liegt an einem Fußballer
aus einer TSG-Faroilie, gegen den Schrumpf immer mal wieder spielte und der die Angewohnheit hatte, das Ergebnis korrekt vorauszusagen. "Das hat mich so mordsmäßig geärgert, dass ich gesagt habe, zur TSG gehst du nie!", erinnert sich Schrumpf mit einem Schmunzeln. Er hielt Wort und ging stattdessen zum TBR, für den der vorlaute Jungkicker aus Schrumpfs Nachbarschaft damit zu einem Glücksfall wurde.

Ein Glücksfall für Schrumpf war eine Begegnung in einer Straßenbahn, wo er eine Frau namens Liane kennenlernte. 1965 gab er ihr das Jawort, die beiden haben zwei Kinder, Heike und Jürgen, und drei Enkel. Auch beruflich lief für Schrumpf alles bestens. Nach der Mittleren Reife ging er als Beamtenanwärter für den Mittleren Dienst zur Heidelberger Stadtverwaltung, bald darauf wurde er für den Gehobenen Dienst zugelassen. Den Großteil seiner Amtszeit war er im Betriebs- und Beschaffungsamt tätig, dem späteren Amt für Abfallwirtschaft und Stadtreinigung. Dort war er 15 Jahre lang als Einkaufsleiter für die gesamte Stadt verantwortlich.

Wer nun Schrumpf heute spontan in seinem Zuhause in der Karlsruher Straße gratulieren möchte, hat Pech - denn an seinem 75. Geburtstag ist das Geburtstagskind auf Wanderschaft im Schwarzwald.

(Foto: RNZ)

 

   
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