Bela Ertl hat die "richtige Schuhgröße"

Er übernimmt beim Turnerbund Rohrbach das Amt des Ersten Vorsitzenden von Rudi Karmann
(RNZ 04.05.2011)

 Bela Ertl  Karlheinz Schrumpf  Rudi Karmann

Nimmt man die Schilderung von Karlheinz Schrumpf, des Geschäftsführers des Turnerbundes Rohrbach (TBR), für bare Münze, dann kam dieser Verein zu seinem neuen 1. Vorsitzenden Bela Ertl durch einen „Zufall hoch 18“. Anders ausgedrückt: Mann kann es nicht so recht nachvollziehen. Fest stand im Grunde nämlich nur, dass Rudi Karmann, der insgesamt 14 Jahre lang die TBR-Geschicke gelenkt hatte, unter keinen Umständen weitermachen wollte.
Seit 1959 stärkt Karmann die Reihen des TBR, er war Fußballer, Jugendleiter und –trainer, Hauptkassierer und schon Mitte der Siebziger zwei Jahre lang 1. Vorsitzender. Vor 12 Jahren übernahm er erneut den Vorsitz. Doch zu einer weiteren Amtsperiode wollte sich der 1944 geborene partout nicht überreden lassen.
Wenn er auf die Höhepunkte in seiner Zeit als Vereinschef zurückblickt, verweist er zuallererst darauf, dass die Gesamtentwicklung speziell um Jugendbereich „sehr positiv“ verlaufen sei. Besonders gut in Erinnerung geblieben sind ihm diverse sportliche Erfolge, die Erneuerung der Vereinsanlage, der neue Kunstrasenplatz und die Vereinsfeste. Hinzu kommt aus Karmanns Sicht der gesellschaftliche Aspekt. So bestehe sein Freundeskreis unverändert aus Mitmenschen, die erschon seit seiner aktiven Fußballerzeit kenne.
Er bleibt jedenfalls „Turnerbundler mit Leib und Seele“. Ein solcher scheint freilich auch sein 1970 in Heidelberg zur Welt gekommener und auf dem Boxberg aufgewachsener Nachfolger zu sein. Auf eine andere Weise ließe sich sonst wohl kaum erklären, weshalb Ertl, der gerade einmal seit zwei Jahren TBR-Mitglied ist, ein spontanes „Ja!“ parat hatte, als er mit folgendem Gesuch konfrontiert wurde: „Willst du nicht 1. Vorsitzender werden?“ Gefragt wurde er interessanterweise von jenem Sportkameraden, den der TBR-Vorstand eigentlich als Nachfolger für Karmann ins Visier genommen und dementsprechend lacht Schrumpf, „massiv unter Druck“ gesetzt hatte. Karmann packt diesen Vorgang in einen Satz, der in die TBR-Analen eingehen dürfte: „ Ertl ist uns so richtig vom Himmel geschickt worden!“ Der so gelobte sieht das entschieden pragmatischer und meint schlicht, dass er eingesehen habe, „nicht ewig in der zweiten Fußballmannschaft spielen“ zu können. Er wolle sich auch über dieses Engagement hinaus für den Verein einbringen. Jedoch seien Karmanns Fußstapfen schon riesig. Dieser geht hingegen davon aus, dass Ertl die „richtige Schuhgröße“ hat“.
Mit dem auf dem Boxberg lebenden Allgemeinmediziner, Ehemann und Vater zweier Töchter kann der TBR auf jeden Fall auf einen weit gereisten Vorsitzenden verweisen. Denn Ertl lebte viele Jahre in Südamerika und war als Bundeswehrarzt im Einsatz in Afghanistan und im einstigen Jugoslawien. Jetzt hat er sich vor allem vorgenommen, auf jede einzelne TBR-Abteilung zuzugehen. „Alles umkrempeln“ wolle er aber keineswegs.

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